Shopify App Entwicklung: darum ist es interessant

Im E-Commerce-Sektor zählt Shopify zu den beliebtesten Shopsystemen, das sich als All-in-One-Lösung durch zahlreiche Funktionen auszeichnet. Die Plattform ist bekannt für eine riesige Vielfalt an Apps, mit denen Onlinehändler ihren Shop individualisieren können. 

Die Entwicklung dieser multifunktionalen Erweiterungen ist einer der gefragtesten Jobs der Softwarebranche. Dementsprechend vielversprechend sehen die Karrieremöglichkeiten für angehende Shopify-Entwickler aus. Gleichzeitig kann man auch als Unternehmer solche Anwendungen programmieren oder programmieren lassen und diese auf der Plattform erfolgreich vermarkten.

Wie die Zusammenarbeit mit Shopify funktioniert und welche Anforderungen mit der Erstellung von Apps verbunden sind, informiert der folgende Ratgeber.

Welche Chancen bietet die Plattform?

In dem App-Store der cloudbasierten E-Commerce-Plattform Shopify stehen Nutzern mehr als 9.000 Apps für zahlreiche Branchen zur Auswahl. Neben den zur Verfügung stehenden Erweiterungen ergeben sich durch die Entwicklung weiterer Applikationen unbegrenzte Möglichkeiten für Shopbetreiber. Grundsätzlich lässt sich die Entwicklung einer App in Eigenregie oder mithilfe eines Shopify-Entwicklungspartners realisieren. 

Registrierte Shopify-Entwickler können Applikationen und Themes im Rahmen einer umfassenden Entwicklungsplattform programmieren und diese über den App-Store für Millionen von Händlern bereitstellen. Dabei gilt es zwischen öffentlich gelisteten und öffentlich nicht gelisteten Apps, welche ausschließlich über einen Direktlink zu finden sind, zu unterscheiden.

Darüber hinaus lassen sich im Adminbereich oder über das Partner-Dashboard benutzerdefinierte Applikationen, auch Custom-Apps genannt, für einen einzelnen Shop erstellen. Für den Verkauf dieser Erweiterungen bietet sich der App-Store von Shopify an. Über diesen Marktplatz lassen sich Apps gegen eine Einzahlung oder im Rahmen eines Abonnements an Shopify-User verkaufen. 

Speziell Abonnement-Apps sind für Entwicklungspartner von Vorteil, da die wiederkehrenden Gebühren die Grundlage für eine passive Einnahmequelle bilden. Dabei ist die erste Million US-Dollar innerhalb eines Jahres von einer Umsatzbeteiligung durch Shopify befreit. Anschließend berechnet die Plattform für die Bereitstellung der Infrastruktur eine Umsatzbeteiligung in Höhe von 20 % auf alle Gesamteinnahmen. Zusätzlich steht die Plattform ihren App-Entwicklern durch gezielte Promotion beim Reichweitenaufbau unterstützend zur Seite.

Welche Technologien kommen zum Einsatz?

Bei Shopify-Apps handelt es sich um cloudbasierte SaaS-Anwendungen, deren Erstellung aus mehreren Entwicklungsprozessen besteht und im ersten Schritt mit der Planungs- und Designphase beginnt. Dieser Teilbereich umfasst das Kreieren eines UX-Designs sowie die Gestaltung eines ästhetischen Visual-Designs auf der Grundlage strukturgebender Wireframes. Grundsätzlich ist der Entwicklungsaufwand von dem geplanten Funktionsumfang und der Art der Anwendung abhängig. 

Oftmals ist die Programmierung von öffentlichen Apps mit größerem Aufwand als die Erstellung von Custom-Apps verbunden. Der Mehraufwand ist auf die komplexere Softwarearchitektur zurückzuführen, da die Kernfunktionen mit einer Vielzahl an Shops kompatibel sein müssen. Nach Abschluss der Planungs- und Designphase erfolgt mit den folgenden Programmiersprachen die Entwicklung der Software.

React.js – komponentenbasierte JavaScript-Bibliothek

Bei dieser Front-end-Technologie handelt es sich um ein Framework für die Erstellung von webbasierten Benutzeroberflächen. Als Programmierbibliothek von JavaScript ist React.js eine der einfachsten Entwicklungsmethoden, um benutzerfreundliche E-Commerce-Apps zu erstellen. 

Mit React.js lassen sich Single-Page-Apps entwickeln, die auf einer dynamischen Benutzeroberfläche basieren und deren Content sich nach einer einmaligen Serveransprache automatisch aktualisiert. 

Aufgrund dessen zeichnen sich React-Anwendungen durch eine hohe Leistung aus und überzeugen durch Funktionalität, ein schnelles Rendering und einen geringen Codeumfang.

HTML und CSS

Abgesehen von JavaScript stellen HTML und CSS die Kernsprachen bei der Erstellung von interaktiven Webanwendungen dar. Für die Entwicklung einer Shopify-App ist grundlegend die Verwendung von Hypertext-Markup-Language (HTML) erforderlich. Mit dieser textbasierten Auszeichnungssprache lassen sich die Inhalte der Applikation festlegen und beschreiben. Für die Darstellung und optische Gestaltung der HTML-Elemente sind Cascading-Style-Sheets (CSS) verantwortlich. 

Wenn die Struktur und Designbeschaffenheit durch HTML und CSS definiert ist, ermöglichen JavaScript-Komponenten die Interaktion mit der Anwendung. Für eine reibungslose Kommunikation zwischen Nutzer und Server kommt die Open-Source-Skriptsprache Hypertext-Preprocessor (PHP) zum Einsatz.

Ruby on Rails

Im Bereich der Back-End-Entwicklung verwendet Shopify das quelloffene Webframework Ruby on Rails, kurz RoR. Dementsprechend stellt Shopify eine Reihe von Integrationsbibliotheken bereit, die sich in Ruby on Rails unkompliziert einbinden lassen. 

Auf diese Weise können Entwickler mit einem vorgefertigten Grundgerüst in die Programmierung starten. RoR-Anwendungen weisen hohe Sicherheitsstandards auf und kommen aufgrund der klar strukturierten MVC-Architektur, die sich aus den Komponenten Modell, Ansicht und Steuerung zusammensetzt, mit wenig Code aus. 

Zudem steht für diese Programmiersprache eine breit gefächerte Palette an Tools und Bibliotheken für zahlreiche Einsatzbereiche zur Verfügung.

Darauf sollten Entwickler achten

E-Commerce-Apps müssen eine geringe Fehleranfälligkeit aufweisen, auf einen zuverlässigen Betrieb konzipiert sein und durch regelmäßige Updates eine Kompatibilität zu den aktuellsten technischen Standards aufweisen. 

Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Anwendung trotz einer neuen Shopify-Version oder eines aktualisierten Themes reibungslos funktioniert. Andernfalls können Kompatibilitätsprobleme den Ausfall wichtiger Shop-Funktionen verursachen. 

Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass öffentliche Applikationen für den App-Store einer breiten Masse an Händlern zur Verfügung stehen und an bestimmte Sicherheitsanforderungen geknüpft sind. Infolgedessen führt Shopify vor der Freigabe eine 100-Punkte-Prüfung durch, um den Nutzern die sicherste Lösung für ihr Unternehmen bereitstellen zu stellen. 

Bei benutzerdefinierten Apps entfällt dieses Prüfverfahren, da die Kooperation zwischen Entwickler und Händler auf Vertrauensbasis beruht. Letztlich spielt die Preisgestaltung, die sich in erster Linie nach der Art der Anwendung und dem Umfang an Funktionen richtet, eine wichtige Rolle. Demnach sollten die Preise für den Kunden in einem angemessenen Rahmen dimensioniert sein.

Was sind die Erfolgsfaktoren für gute und weitverbreitete Apps?

Ein grundlegender Faktor bei der Entwicklung einer erfolgreichen E-Commerce-Anwendung ist die Leistung. Gute Apps für Shopify müssen trotz hohem Traffic-Volumens leistungsstark sein, ohne die Performance des Shops auszubremsen. Darüber hinaus stehen bei der Entwicklung die Bedürfnisse des Endbenutzers an erster Stelle. 

Unabhängig davon, ob es sich um eine kundenspezifische Custom-App oder um eine Anwendung für den App-Store handelt, sollte die Applikation mit einem benutzerfreundlichen Layout ausgestattet sein und einen hohen Mehrwert für Shopbetreiber bieten. Hierbei ist es wichtig im Voraus die Geschäftsbedürfnisse der Händler in Erfahrung zu bringen, um im Anschluss lösungsorientierte Funktionen erstellen zu können. Speziell multifunktionale Erweiterungen, welche aufgrund eines hohen Funktionsumfangs mehrere Apps ersetzen, sind in jedem Fall von Vorteil. 

Durch eine geringe Anzahl an installierten Apps ergeben sich kurze Ladezeiten, wodurch Kunden von einem komfortablen Nutzererlebnis profitieren. Interessante Multifuntkionsapps mit praktischen Features sind beispielsweise im Marketing-Bereich vertreten. Strategisches Marketing ist ein allgegenwärtiger Faktor im E-Commerce, um Neukunden zu gewinnen und Bestandskunden zu binden. 

Mit diesen Tools lassen sich mit wenig Zeitaufwand umfangreiche Kampagnen erstellen und automatisieren. Auch Buchhahltungsapps sowie All-in-One-Lösungen zur Umsatzsteigerung wie Sales Rocket kommen in jedem guten Store zum Einsatz. Im Dropshipping-Bereich erfreut sich die Anwendung Printful für den Vertrieb von individualisierten Produkten einer großen Beliebtheit.

Erfolgreich als Entwicklungspartner durchstarten – so funktioniert es

Das Partnerprogramm von Shopify bietet Entwicklern die Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen mit dem Vertrieb von E-Commerce-Apps aufzubauen. Die Einnahmen kommen durch Abonnementgebühren im Zuge der wiederkehrenden Nutzung von erstellen Anwendungen oder durch einmalige App-Käufe zustande. Dabei richtet sich die Verdiensthöhe nach der Anzahl der veröffentlichten Applikationen sowie nach deren Preisplänen. 

Die Teilnahme ist komplett kostenfrei und ist über das Anmeldeformular in wenigen Schritten abgeschlossen. Nach erfolgreicher Anmeldung lassen sich alle geschäftlichen Vorgänge über das Partner-Dashboard verwalten. Dieser Hauptbereich zeigt alle Einnahmen und Ausgaben an und liefert einen Überblick über Kundenprojekte, veröffentlichte Anwendungen und Kooperationen mit Entwicklerteams. 

Schlussendlich ist der E-Commerce-Bereich eine schnelllebige Branche, welche ständigen Veränderungen und Trendentwicklungen unterliegt. Umso wichtiger ist die regelmäßige Weiterbildung für Entwickler. Diesbezüglich bietet Shopify kostenlos fachspezifische Schulungskurse und Dokumentationen an. Zusätzlich ist der Erwerb von Auszeichnungen und Zertifizierungen innerhalb des Schulungsprogramms möglich. 

Somit können sich Neukunden einen direkten Überblick über die Kompetenzen eines Entwicklers verschaffen. Bei Fragen und Problemen steht das Supportteam von Shopify sowie die internationale Partner-Community kompetent zur Seite.

Interessante Links:

Mehr Informationen zur Shopify App Erstellung auf der offiziellen Webseite

Interessanter Blogbeitrag zum Thema Kosten der Shopify Programmierung

Bilder: Canva


Der Autor: Sascha Thattil arbeitet bei YUHIRO und hilft Unternehmern und Unternehmen beim einfachen Aufbau von Programmier-Teams in Indien. YUHIRO ist ein deutsch-indisches Unternehmen welches IT Firmen, Agenturen und IT Abteilungen Softwareentwickler bereitstellt.

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