Stundensätze für IT Dienstleister: wie hoch sind diese?

IT Dienstleistungen sind gefragt. Im Beitrag ein paar Informationen wie die Stundensätze in diesem Bereich aussehen.

Einführung

Anbieter die Softwareentwicklung und Webprogrammierungs-Services anbieten sind gefragt. Unter IT Dienstleister (im Beitrag auch IT Unternehmen genannt oder mit ITD abgekürzt) versteht man jedoch viel mehr. Meistens geht es auch um Serverinstallation und Wartung. PC Installationen, Softwarelizenzen, etc.

Es handelt sich also nicht nur um Softwareentwicklung, sondern beinhaltet auch die physische Komponente wie Computer und deren Instandhaltung.

Durch die hohe Nachfrage ist der Stundensatz in den letzten Jahren gestiegen.

Hier ein paar Quellen:

Laut Gulp

Gulp ist eine gute erste Anlaufstelle, um zu verstehen, welche Preise IT Unternehmen abrufen können. Bei dieser Plattform geht es zwar hauptsächlich um Freelancer und nicht um Firmen. Es kann jedoch einen ersten Hinweis darauf geben wie hoch die Preise sind.

In unterschiedlichen Programmiersprachen und Technologien:

PHP

Der Stundensatz für einen Entwickler der im Bereich PHP unterwegs ist, zeigt einen Wert von 77 Euro/ Stunde. Besonders Agenturen setzen auf diese Technologie.

.NET

Besonders Systemhäuser setzen auf .NET und Programmiersprachen wie C#. Hier liegt der Wert bereits bei 83 Euro/ Stunde. Das liegt sicherlich auch daran, dass .NET in mittelgrossen Projekten zum Einsatz kommt.

Java

Java wird besonders von grossen Konzernen eingesetzt. Da es besonders performant, skalierbar und sicher ist. Der Wert liegt hier bei 86 Euro/ Stunde.

SAP

Die Fortune 500 setzen SAP ein, um ihre Arbeitsprozesse zu digitalisieren. Das schlägt sich auch in den Preisen wieder. IT Dienstleister mit SAP Schwerpunkt verlangen 98 Euro als Stundensatz.

Zwischenfazit

Im Schnitt nehmen die meisten Freelancer zirka 80 Euro die Stunde. Bei IT Dienstleistern handelt es sich jedoch um Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern. Daher kann man davon ausgehen, dass der Overhead zu einem höheren Stundensatz führt. Dies betrachten wir im weiteren Beitrag.

Laut unterschiedlichen Studien

Es macht auch Sinn, sich unterschiedliche Studien anzuschauen.

Eine solche Studie kommt von der SYNAXON AG. Diese ist eine Verbundgruppe von IT Unternehmen. Also ein Zusammenschluss von Firmen, um besser Marketing, Einkauf, und Dienstleistungen anbieten zu können.

Für Programmierer

Laut der SYNAXON Studie kommt es auch auf die Mitarbeiterzahl des Anbieters an. Im Bereich Programmierungsleistungen sieht es wie folgt aus.

Bis 3 Mitarbeiter kann man 93.98 Euro Netto/ Std. verlangen. Ab 4 bis 10 Angestellten bereits 94.73 Euro/ Std. Und wenn man mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt, kann man bereits 112.37 Euro in Rechnung stellen.

Admin/ Techniker

Auch im Bereich Admin für komplexe Netzwerk-/ bzw. IT-Speziallösungen werden gute Preise erzielt.

Hier die Liste:

  • Bis 3 Mitarbeiter (MTA): 90.36 Euro
  • 4-10 MTA: 88.56 Euro
  • 11-30 MTA: 101.77 Euro
  • 30+ MTA: 111.77 Euro

Man sieht hier bereits das die Tendenz hinzu zirka 100 Euro die Stunde als Stundensatz geht. Dabei ist die Programmierung im Schnitt teurer als Netzwerkentwicklungen.

Beratung und Consulting

Im Bereich Beratung werden noch höhere Preise verlangt.

Hier startet es bei bis zu 3 Mitarbeitern bei 96.25 Euro und bei mehr als 30 Mitarbeitern auf mehr als 124 Euro.

Die Studie ist für die Jahre 2016 und 2017 ausgelegt. In diesem Zeitraum sind die Werte, welche ein Systemhaus oder ein IT Dienstleister berechnet, um 2.3 Prozent gestiegen. An der Studie haben 505 Systemhäuser teilgenommen.

Nach Preisberechnung

Die Problematik bei Marktpreisen ist immer, das man die eigenen Kosten oftmals nicht im Blick hat. Unternehmen haben Mitarbeiter, Büroraum, Computer, Vertrieb, Marketing und viele weitere Posten, welche bezahlt werden müssen, um die Kosten zu decken und gleichzeitig einen Gewinn abzuwerfen.

Es macht also auch Sinn, als IT Unternehmen die eigenen Kosten zu berechnen und danach einen Stundensatz zu kalkulieren.

Es gibt einen interessanten Beitrag von amortisat (ein Blog rund um Finanzthemen) auf welchem eine Beispielkalkulation vorgenommen wird. Dieser ist auch weiter unten verlinkt.

Dabei werden viele Dinge berücksichtigt. Der Freelancer oder Mitarbeiter wird nicht jeden Tag arbeiten. Es gibt Samstage, Sonntage, gesetzliche Feiertage, Urlaubstage und einige weitere Möglichkeiten, das der Mitarbeiter nicht einsatzfähig ist. Das muss man in einer Stundensatzkalkulation berücksichtigen.

Zudem ist ein Arbeitgeber auch zu unterschiedlichen Zahlungen verpflichtet. Zum Beispiel zum Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung.

Im Blogbeitrag wird somit ein Stundenpreis von 122,50 Euro (Netto) errechnet, um langfristig erfolgreich arbeiten zu können.

Was ist der Kunde bereit zu zahlen?

Auf der einen Seite kann ein IT Unternehmen jeden Preis errechnen, den es für richtig hält. Wichtig ist jedoch auch zu schauen was der Kunde bereit ist zu zahlen.

Ein Weltunternehmen wie Porsche mag wohl gut und gerne 150 Euro die Stunde und mehr bezahlen. Ein selbstständiger Berater hingegen wird bereits bei 100 Euro die Stunde zögern.

Daher muss man auch schauen welche Zahlungskraft die Zielgruppe hat, um so einen Preis zu eruieren.

Nach Region

Die Region spielt auch eine Rolle. In einer Zahlungskräftigen Region mit Weltfirmen wie in Stuttgart lassen sich höhere Preise erzielen, als in Strukturschwachen Regionen wie zum Beispiel in Rheinland Pfalz.

Auch Strukturstarke Städte wie München oder Hamburg sind hier zu erwähnen.

Nach Art der Firma

Beratungsunternehmen tendieren höhere Stundensätze zu nehmen. Im Bereich der SAP Beratung liegen die Preise beispielsweise bei 110 Euro (Studie von Lyncronize).

Agenturen hingegen haben fast schon einen Standardpreis von 100 Euro. Dabei rechnet eine Agentur meistens unterschiedliche Mitarbeiter verschieden ab. Zum Beispiel einen Texter für 80 Euro die Stunde, einen Projektleiter für 92 Euro die Stunde und einen Programmierer für 100 Euro.

Auch Systemhäuser haben eigene Preise. Hier wird oftmals in unterschiedliche Kategorien wie “Fernwartung” – 86 Euro, “IT Service” – 96 Euro und “IT Dienstleistungen” – 120 Euro (Preise der HCS EDV-Service GmbH) berechnet.

Preismodelle

Es gibt zudem auch Preismodelle die nicht nach Stundensatz arbeiten. Zum Beispiel die Wertbasierte Preisgestaltung (Value Based Pricing).

Hierbei schaut der IT Dienstleister welchen monetären Vorteil, zum Beispiel in möglicher Umsatzsteigerung für den Kunden, entstehen kann. Und ein Teil davon wird dann als Preis berechnet.

Ein Beispiel für Value Based Pricing: Die Agentur wird beauftragt eine Website für den Kunden zu bauen. Dabei handelt es sich um ein mittelständisches Unternehmen mit 500 Mitarbeitern. Die Agentur prognostiziert, dass mit der neuen Verkaufsoptimieren Website ein Zusatzumsatz von 100 Millionen Euro im Jahr erzielt wird. Nun berechnet die Agentur einmalig 10 Prozent dieses Betrages für die Umsetzung der Internetpräsenz.

Der Stundensatz wird hier wesentlich höher als 100 Euro liegen. Bei diesem Ansatz geht es jedoch eher um die Zielerreichung der neuen Verkaufsplattform, als um eine Kostenreduzierung bei der Websiteerstellung.

Auch wenn es ein sinnvolles Preismodell ist. Die meisten Kunden bestehen immer noch auf einen Stundenpreis.

Fazit

Die Stundensätze für IT Dienstleister liegen bei zirka 100 Euro die Stunde. Je nach Angebot kann sich der Preis zirka um 30 Prozent nach unten oder oben bewegen. Es gibt jedoch auch Spezialanbieter welche auch 150 Euro und mehr berechnen.

Was sind Ihre Erfahrungen?

Interessante Links:

Welchen Stundensatz als Dienstleister (Blogbeitrag von amortisat)

Stundensatz Studie auf Computerwoche

Bilder: Canva


Der Autor: Sascha Thattil arbeitet bei YUHIRO und hilft Unternehmern und Unternehmen beim einfachen Aufbau von Programmier-Teams in Indien. YUHIRO ist ein deutsch-indisches Unternehmen welches IT Firmen, Agenturen und IT Abteilungen Softwareentwickler bereitstellt.

1 Kommentar
  1. Hallo Herr Thattil,

    vielen Dank, dass Sie sich bei der „Berechnung“ des Stundensatzes auf meinen Beitrag beziehen. In der Tat kann man ja aber nur seine eigene „Schmerzgrenze“ ermitteln, damit man als Freiberufler überhaupt in die schwarzen Zahlen kommen kann.

    Wichtig sind dabei jedoch die 3 K: Kosten, Kunden, Konkurrenz.
    Was nützt die schönste Kostenrechnung, wenn die dabei ermittelten Preise am Markt nicht zu erzielen sind? Was ist der Kunde bereit zu zahlen? Was rechnet die Konkurrenz ab?

    Die von Ihnen zitierten Studien geben IT-Dienstleistern daher eine gute Idee, was sie für ihre Leistungen ansetzen können. Unsere Beiträge ergänzen sich deshalb sehr gut!

    Letztlich bleiben die vereinbarten Stunden- oder Tagessätze aber Verhandlungssache. Da gilt es dann, nicht einzuknicken…

    Das notwendige Verhandlungsgeschick ist dann wieder ein ganz eigenes Thema… 😉

    Herzliche Grüße
    Winfried Eitel

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