IT Personal aus dem Ausland

Die Digitalisierung schreitet mit grossen Schritten voran. Was es braucht sind daher Programmierer und IT Experten.

Wo bekommt man diese jedoch her, wenn alle nach Entwicklern suchen. Die Lösung kann IT Personal aus anderen Ländern sein. Im Beitrag mehr dazu.

Einführung

Seit einigen Jahren verlagern sich immer mehr Tätigkeiten, Dienstleistungen und Produkte in das Internet. Hat man früher noch den Kunden direkt vor Ort besucht, kann man das heute zum Beispiel auch über das Internet machen.

Für all diese Dinge braucht es jedoch Programmierungen oder Software beziehungsweise Webanwendungen.

Die Programmierung dieser ist jedoch aufwendig und benötigt entsprechendes Fachpersonal.

Die grossen Konzerne sind jedoch alle bereits damit beschäftigt ihre Dienstleistungen und Arbeitsprozesse zu digitalisieren und stellen hier auch entsprechend viele IT Experten und Consultants ein.

Für kleinere Unternehmen wird es daher zunehmend schwer passende IT Mitarbeiter zu finden.

Das hat auch der Staat erkannt und bietet mehrere Möglichkeiten an, IT Personal aus dem Ausland zu beschäftigen.

Hier einige Möglichkeiten:

1) Blaue Karte (Blue Card EU)

Die Blaue Karte ist eine Möglichkeit, Programmierer aus dem Ausland nach Deutschland zu holen.

Laut der Bundesregierung gibt es einige wichtige Bereiche, wie IT oder Pflegeberufe in denen es einen Fachkräftemangel gibt.

Besonders hoch wird der Mangel in der Softwareentwicklung betrachtet. Daher sind die Anforderungen an die Beschäftigung hier sogar noch etwas lockerer gestaltet.

Hier die Anforderungen einen Mitarbeiter aus dem Ausland zu beschäftigen:

  • Gehaltsuntergrenze von 43.056 Euro (2020): Dem zukünftigen Mitarbeiter muss ein Angebot mit mindestens diesem Einkommen geboten werden.
  • Hochschulstudium: Es muss ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorliegen. Die Gleichheit zu einem Studium in Deutschland muss nachgewiesen werden. Dafür gibt es auch eine Datenbank namens anabin, wo man eine entsprechende Recherche machen kann.
  • Job Angebot: Eine Offerte für einen Job muss vorliegen.
  • Überprüfung durch die Arbeitsagentur für Arbeit: In manchen Fällen muss man den Antrag auch durch die Arbeitsagentur prüfen lassen, ob es den Vorgaben entspricht.

Diese sind die wichtigsten Punkte die es zu beachten gibt. Daneben gibt es hier und da noch kleinere Bestimmungen die man einhalten muss.

Zum Beispiel ist es hilfreich ein Sprachzertifikat in Deutsch gemacht zu haben. Hier gibt es die Stufen C1, C2, B1, B2, A1, A2. Ein B1 Zertifikat, welches innerhalb von wenigen Monaten erzielt werden kann, ist meistens ausreichend. Jedoch ist dieses Zertifikat nicht zwingend. Besonders in der IT gibt es viele Stellen, bei welchen man sich auf Englisch austauschen kann.

2) Nach dem Studium

Es gibt immer mehr ausländische Studenten in Deutschland. Nach dem Studium erlaubt die Bundesregierung diesen Studenten für ein und halb Jahre nach einem Job zu suchen.

Hier sind die Bestimmungen sehr einfach. Der Hochschulabsolvent muss lediglich eine passende Stelle vorweisen.

3) Remote aus der Niederlassung eines Dienstleisters beschäftigen

Eine weitere Möglichkeit, IT Personal aus anderen Ländern zu beschäftigen ist es, diese erst gar nicht nach Deutschland zu holen.

Durch die heutigen Technologien wie TeamViewer, Slack, Skype, Email, Microsoft Office, Google Docs, Trello, etc. kann man auch Online zusammenarbeiten.

Dann arbeitet der Softwareentwickler in der Niederlassung des IT Dienstleisters im Ausland. (YUHIRO bietet zum Beispiel diese Möglichkeit an, dann arbeiten die Programmierer aus Indien heraus)

Die Arbeitsrechtlichen Dinge wie Gehaltsabrechnungen, Bürobereitstellung etc, werden dann durch den im Ausland sitzenden IT Dienstleisters abgedeckt.

Der Vorteil ist dann, dass man sich die Bürokratischen Hürden spart, um den Entwickler in das Inland zu holen. Zudem sind die monatlichen Gesamtkosten für Gehalt und Kosten für den Dienstleister meistens niedriger als eine Beschäftigung vor Ort, wo noch einmal zirka 50 Prozent Overheadkosten zum Gehalt anfallen. Zudem muss man natürlich auch bedenken, dass ein Entwickler aus Indien zum Beispiel, zum Anfang gerne für 43.056 Euro im Jahr arbeiten wird.

Für eine Arbeitskraft aus Deutschland, besonders in der IT ist das jedoch eher gering  und man muss das Gehalt relativ schnell auf 50’000 Euro und mehr im Jahr anheben müssen.

Die Beschäftigung über einen ausländischen IT Dienstleister hat also seine Vorteile.

Warum Indien ein guter Standort ist, um Programmierer zu finden

Wenn man eine Manufaktur für physische Produkte startet, dann ist zum Beispiel China immer noch einer der besten Standorte.

Wenn es um Research und Development geht, dann liegen Deutschland, die USA und Japan vorne.

Wenn es jedoch um den Bereich Programmierer und IT Fachkräfte geht, dann hat sich Indien als die Nummer eins hervorgetan. In keinem anderen Land, ausser der USA vielleicht, gibt es ein so grosses Pool an IT Spezialisten.

Laut dem indischen Dachverband Nasscom gibt es zirka 3 Millionen Informatiker und ähnliche Experten in dem Land.

Die unzähligen Universitäten und Hochschulen sorgen für weitere Absolventen in diesem Bereich.

Auch in Deutschland hat die Blaue Karte für indische Entwickler einen hohen Zuspruch. Mehr als 14’000 Antragsteller haben bereits die Blue Card Deutschland erhalten. Damit ist Indien das Nummer eins Anwerbeland für ausländisches IT Personal.

Worauf man achten sollte

Es gibt einige Dinge die man beachten sollte, wenn man IT Personal aus Indien und anderen Ländern anwirbt.

1) Unterschiedliche Fähigkeiten

Ein Hochschulabsolvent im Bereich Informatik in Deutschland, war mit zirka zwei Jahren Berufserfahrung bereits zirka 30 Jahre alt. In dieser Zeit wurden unzählige Praktika gemacht und anderweitig Berufserfahrung (zum Beispiel über Studentenjobs) gesammelt.

In Indien und anderen Drittweltländern sieht die Bewerber Struktur jedoch anders aus. Ein Absolvent einer indischen Hochschule mit zwei Jahren Berufserfahrung mag erst zirka 22 Jahre alt sein. Praktika oder Nebenjobs sind in Indien eher unbekannt.

Das bedeutet auch, dass eine Fachkraft aus dem Ausland mit nur zwei Jahren Berufserfahrung nicht an die Fähigkeiten eines Bewerbers aus Deutschland mit zwei Jahren Erfahrung herankommt.

Man muss also Programmierer finden, welche mindestens 5 Jahre und mehr Erfahrung haben, um ein gleichwertiges Niveau zu erhalten.

2) Für den Programmierer ein grosser Schritt

Für den Programmierer ist es ein grosser Schritt nach Deutschland zu kommen. Daher sollte man entsprechend sicherstellen, dass man auch den richtigen Programmierer hat.

Coding Tests oder ein paar Tage an denen man zusammenarbeitet können hilfreich sein.

Fazit

Der Fachkräftemangel, besonders in der IT hält an. Fast alle grossen Unternehmen suchen nach Programmierern und das häufig im grossen Stil. Für kleine und mittlere Unternehmen oder Startups wird es oftmals schwer dort mitzuhalten.

Softwareentwickler aus dem Ausland können hier eine Alternative sein, um den Bedarf zu decken.

Was sind Ihre Erfahrungen?

Interessante Links

Wie Sie Fachkräfte aus dem Ausland finden (offizielle Seite)

IT Zoom schreibt darüber wie man IT Spezialisten in anderen Ländern findet

Bilder: Canva


Der Autor: Sascha Thattil arbeitet bei YUHIRO und hilft Unternehmern und Unternehmen beim einfachen Aufbau von Programmier-Teams in Indien. YUHIRO ist ein deutsch-indisches Unternehmen welches IT Firmen, Agenturen und IT Abteilungen Softwareentwickler bereitstellt.

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