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Die indische Arbeitsmentalität

Die indische Arbeitsmentalität

Wenn man mit indischen Teammitgliedern zusammenarbeitet, dann stellt sich oftmals die Frage zu der Arbeitsmentalität.

  • Ist diese gleich zu der in Deutschland?
  • Welche Unterschiede gibt es?

In diesem Beitrag ein paar Informationen.

Arbeitszeit/ Pausen

In Indien fängt die Arbeitszeit, anders als in Deutschland, um 10:00 Uhr morgens (Zeit auf dem Subkontinent) an.

In der Bundesrepublik startet man meistens jedoch bereits um 08:30 Uhr morgens. 10 Uhr wäre bereits relativ spät.

Der relativ, für Mitteleuropäische Start mag seltsam wirken, dass scheint sich auf dem Subkontinent jedoch so eingebürgert zu haben.

Der Vorteil: Dadurch das es eine Zeitverschiebung von 3.5 Stunden gibt (im Winter sind es 4.5 Stunden), fällt dieser weniger in das Gewicht. Denn dadurch nähert sich der Zeitunterschied auf 2 Stunden an. D.h. wenn es 08:30 Uhr in Deutschland ist, dann ist es 12:00 Uhr mittags auf dem Subkontinent und der Mitarbeiter in Indien hat erst seit 2 Stunden gearbeitet und so hat man bis 15:30 Uhr (Zeit in Deutschland) Zeit sich mit den Kollegen in Südasien auszutauschen.

Die Arbeitszeit nach indischer Zeit ist also von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr, mit einer Stunde Pause. Die Pause ist meistens zwischen 13:00 Uhr (Zeit auf dem Subkontinent) bis 13:40 Uhr. Und es gibt noch eine Kaffeepause meistens von 16:00 Uhr bis 16:20 Uhr.

Es kann jedoch auch sein, dass Mitarbeiter etwas früher oder später zur Arbeit kommen und sich die Zeiten verschieben. Zum Beispiel 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr.

Tipp: Es ist gut auf die Startzeit und Endzeit zu schauen oder zumindest darauf hinzuweisen, dass diese 9 Stunden pro Tag (inklusive 1 Stunde Pause) erwartet werden. Falls es Abweichungen geben sollte, kann man den Mitarbeiter Bitten, entsprechende Informationen bereitzustellen.

Bezug zur Tätigkeit

Kollegen auf dem Subkontinent sind meisten eher spezialisiert (konkretes Beispiel: Anstatt Full Stack Entwickler sind es dann Backend Entwickler oder Frontend Entwickler).

Durch diese Spezialisierung sind die Mitarbeiter meistens relativ bis sehr kompetent in ihrem Tätigkeitsfeld.

Man kann also gute Leistungen erwarten.

Was jedoch eher schwer wird (wie in Deutschland auch), wenn man einen spezialisierten Mitarbeiter fragt, etwas anderes zu tun, als in diesem Schwerpunktgebiet (Beispiel: Backend Entwickler soll Frontendentwicklung vornehmen).

Schnelligkeit

Wie schnell arbeiten indische Mitarbeiter? Wie ist die Arbeitsmentalität im Bezug zur Geschwindigkeit?

Eine Person aus Südasien muss nicht unbedingt langsamer sein, als sein Gegenüber in Deutschland.

Wenn beispielsweise ein PHP Entwickler aus Deutschland und ein PHP Entwickler auf dem Subkontinent die gleiche Aufgabe bekommt und beide die gleiche Berufserfahrung haben, dann werden die Arbeiten in einem etwa gleichen Zeitrahmen fertiggestellt.

Nur ist ein Mitarbeiter in deutschsprachigen Raum meistens vielseitiger. Er/ sie könnte höchstwahrscheinlich auch Projektmanagement und Usability Design machen (Beispiele aus der Softwareentwicklung). Wenn man also auch solche Tätigkeiten nachfragt, dann punktet meistens der Mitarbeiter aus Deutschland.

Man muss also Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Aber auch in Deutschland gibt es immer mehr die Tendenz hin zum Spezialisten.

Machen Leute auf dem Subkontinent alle Arbeiten?

Es ist relativ schwer einen Programmierer zu fragen, Kisten zu schleppen, oder einen Personal-Mitarbeiter zu fragen, vertrieblich aktiv zu werden.

Besonders bei “minderwertig” angesehenen Leistungen, wie “Putzen”, “Aufräumen”, etc. wird es schwer.

Laut Arbeitsgesetz, dürfte ein Arbeitgeber das jedoch gleiche auch nicht in Deutschland machen, beziehungsweise zu sehr von der Jobbeschreibung abweichen. Auch hier muss sich dieser an Gesetze halten.

Ein Arbeitnehmer aus dem deutschsprachigen Raum, würde diese “minderwertigen” Aufgaben jedoch mit Interesse tun, da es von Einsatzbereitschaft zeugt.

Urlaub

Es gibt laut Gesetz auf dem Subkontinent, fünf unterschiedliche Formen von Urlaub/ frei:

  1. Paid Leave: Das ist ähnlich zum normalen Urlaub in Deutschland. Es sind meistens 12 Tage Paid Leave.
  2. Casual Leave: Das sind spezielle “Not-Urlaube”. Ein Beispiel ist, wenn die Kinder oder die Eltern krank werden und man diese in das Krankenhaus bringen oder betreuen muss. Diese gibt es im Umfang von 12 Tagen.
  3. Sick Leave: Dies sind bezahlte Krankheitstage. Auch hiervon gibt es 12 Tage. Anders als in Deutschland gibt es keinen bezahlten Krankenstand vom Staat/ der Versicherung. Daher gibt es nach diesen 12 Tagen keinen Anspruch auf Gehaltsfortzahlung.
  4. Public Holidays/ Restricted Holidays: Es gibt unterschiedlichste öffentliche Feiertage (Beispiel: Republik Day, ähnlich zum Tag der Deutschen Einheit). Dann gibt es unterschiedliche Religiöse Feiertage (Hinduistische (Pooja), Muslimische (Idul Fitr), Christliche (Weihnachten)). Da es wenig Sinn macht alle Feiertage frei zu geben, gibt es zudem eine “Restricted Holidays” (Optionale) Liste, aus welcher man sich zwei Feiertage aussuchen kann. Gläubige Christen würden zum Beispiel den Gründonnerstag wählen, während Hindus sich deren Feiertage wählen. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass man sich die Feiertage so nimmt, dass es eher passt. (Beispiel aus der Praxis: Eine Person Christlichen Glaubens nimmt sich einen Muslimischen Feiertag, da es auf einen Freitag fällt und man dadurch ein verlängertes Wochenende hat). Insgesamt gibt es 11 Feiertage im Jahr.
  5. Unpaid Leaves: Dies sind unbezahlte Urlaubstage. Wenn man zum Beispiel alle Urlaubstage aufgebraucht hat und mehr Tage benötigt.

Wichtig: Langfristigkeit des Angestelltenverhältnisses

Viele kennen Indien aus Dokumentationen aus dem Fernsehen oder dem Internet. Es wird oftmals so dargestellt, dass es auf dem Subkontinent keine festen Arbeitsstellen gibt. Die Realität sieht jedoch anders aus. Eine Person aus Indien, besonders eine gebildete Person sucht nach einer – festen – und – langfristigen – Beschäftigung.

Alles andere wird nicht positiv gesehen.

Daher sind Stellen beim Staat gerne gesehen, aber auch im IT Sektor oder ähnlichen Branchen.

Die meisten Arbeitgeber haben das immer im Hinterkopf wenn man Mitarbeiter einstellt.

Daher setzt man entweder auf Verleihfirmen, wie man das aus Deutschland kennt (Arbeitnehmerüberlassung). Diese Verleih-Firmen stellen dann die kontinuierliche Beschäftigung sicher.

Oder aber der Arbeitgeber selbst stellt sicher, dass die Stelle langfristig ausgelegt ist.

Diesen Punkt der Arbeitsmentalität sollte man auf dem Subkontinent beachten.

Wie wichtig ist Arbeit?

In Deutschland definieren sich viele über ihre Arbeit. Das ist zwar in Indien zum Teil auch so, jedoch nicht so ausgeprägt.

Gesellschaftlich ist es nicht wirklich akzeptiert von seiner Tätigkeit zu schwärmen. Daher wird man wenige Mitarbeiter auf dem Subkontinent finden, welche über Ihre Tätigkeiten in hohen Tönen spricht. Wichtiger ist der Fokus auf Familien-Themen. Die Familie ist das, was man in Gesprächen häufiger erwähnt. Auch wenn es sich um sehr gute Spezialisten in ihrem Gebiet handelt.

Im Deutschsprachigen Raum ist es dagegen eher üblich, von der Arbeit zu sprechen (Beispiel: Ein Programmierer berichtet aufgeregt über die neueste Internet-Programmier Technologie).

Arbeit ist wichtig auf dem Subkontinent: Geld muss verdient werden und man bekommt es nicht geschenkt. Aber es ist eben nicht der Lebensmittelpunkt.

Rente

Das gefühlte Rentenalter in Südasien liegt bei 50 Jahren. Das mag zwar utopisch klingen. Man wird in Gesprächen jedoch viele finden, die 50 als das Alter angeben, in dem sie in Rente gehen möchten.

Und tatsächlich war das lange Zeit möglich und wird es höchstwahrscheinlich noch für einige Zeit sein, denn die Lebenshaltungskosten sind niedriger in Südasien und die meisten haben Wohneigentum, welches dieses Vorhaben einfacher macht.

In Deutschland könnte man sich ein Rentenalter von 50 kaum vorstellen.

Fazit

Die Mentalität in Indien unterscheidet sich, aber nicht wirklich erheblich.

Die Lebensweisen nähern sich, durch die Globalisierung, immer weiter an. Dennoch kann man die im Beitrag erwähnten Punkte beachten, so dass man versteht, warum oder wieso etwas auf dem Subkontinent gemacht wird wie es gemacht wird.

Was ist Ihre Erfahrung?

Arbeitsmentalität auf einem Indien-Blog beschrieben
Ein Manager erzählt von seinen Erfahrungen

Bilder: Canva


Der Autor: Sascha Thattil arbeitet bei YUHIRO und hilft Unternehmern und Unternehmen beim einfachen Aufbau von Programmier-Teams in Indien. YUHIRO ist ein deutsch-indisches Unternehmen welches IT Firmen, Agenturen und IT Abteilungen Softwareentwickler bereitstellt.

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