Werbeagentur Preise: das wird berechnet

Es gibt unterschiedlich grosse Werbeagenturen. Dementsprechend werden auch unterschiedliche Stundensätze veranschlagt.

Im Beitrag ein paar wichtige Informationen welche Preise ein solches Unternehmen nimmt.

Auf den Ansatz kommt es an

Die eine Werbeagentur unterscheidet sich von der nächsten. Es gibt unterschiedlichste Spezialisierungen und abnehmer.

Hier einige davon:

  • Die Lead Agency: Diese übernimmt oftmals das komplette Marketing-Budget eines grösseren Konzerns. Dabei haben diese Lead Agencies dann gut und gerne mal mehrere Hundert Mitarbeiter oder es werden entsprechend des Budgets des Kunden neue Teams aufgebaut. Der Stundensatz liegt hier oftmals bei 150 Euro und mehr. Es werden oftmals auch Tagessätze vereinbart.
  • Agentur der Agenturen: Manche Agenturen arbeiten anderen zu. Beispielsweise bekommt die Agentur A einen Auftrag von einem Konzern. Diese Agentur A leitet den Auftrag, aufgrund fehlender Kapazitäten oder fehlender Spezialisierung, an Agentur B weiter. Meistens handelt es sich dabei um eine Agentur mit wenigen Mitarbeitern. Der Stundensatz liegt hier oftmals bei 50 bis 100 Euro.
  • Dienstleister für kleine und mittelständische Unternehmen: So manche Werbeagentur hat sich auf, in der eigenen Region ansässige KMU und die Erbringung von Dienstleistungen für diese spezialisiert. Der Stundensatz liegt hier meistens bei 70 bis 100 Euro. Oftmals werden auch Dienstleistungspakete angeboten. Zum Beispiel eine kleine WordPress Website für 950 Euro.
  • Spezialist: Manche Werbeagenturen konzentrieren sich auf Teilbereiche, wie SEA (Suchmaschinenwerbung), SEO (Suchmaschinenmarketing), Onlineshop-Entwicklung (e-Commerce), Druckmaterial oder ähnliche. Hier unterscheiden sich die Preise. Meistens liegen diese jedoch auch zwischen 70 und 100 Euro.
  • Nearshore oder Offshore Dienstleister: Diese Firmen arbeiten meistens mit einem der oben genannten zusammen. Hierbei werden die Kapazitäten des jeweiligen Teams erweitert. Hier liegt der Stundensatz zwischen 20 und 50 Euro die Stunde. Wenn man sich einzelne Entwickler nimmt, dann kann man auch darunter liegen. Wenn man spezialisierte Anbieter auswählt, kann man auch gerne darüber liegen. Wenn der Spezialisierungs- und Qualitäts-Grad sehr hoch ist, dann sind die Preise fast genauso hoch wie vor Ort.

Nach Dienstleistung

Auch kommt es darauf an, welche Dienstleistungen erbracht werden. So manche Werbeagentur bietet unterschiedliche Preise, je nach welcher Mitarbeiter im Unternehmen/ Freelancer eingeschaltet wird.

Hier eine kleine Auflistung:

  • WordPress Experte: Für viele kleine bis mittlere Webseiten kommt heutzutage das Content Management System WordPress zum Einsatz. Die Stundensätze liegen hier bei zirka 90 Euro die Stunde. Laut einem Blogbeitrag der Pixelwerker liegen die Preise für eine Website basierend auf diesem CMS bei 2’000 bis 20’000 Euro. Für eine kleine Business Website fallen zirka 5000 Euro an.
  • Content Writer: Hier kommt man bereits mit 50 bis 70 EUR die Stunde zurecht.
  • TYPO3 Programmierer: TYPO3 ist derzeit sehr gefragt und kommt überwiegend in mittelständischen Unternehmen und grossen Konzernen zum Einsatz, um deren Inhalte (Texte, Bilder, Videos) zu verwalten. Kosten: 100 bis 150 EUR/ Std.
  • Designer/ Webdesigner: Das Wireframe und das dazugehörige Photoshop Design wird meistens von einem Grafikdesigner erstellt, welcher sich mit UX (User Experience Design) und UI (User Interface Design) auskennen. Daraufhin muss meistens das HTML/ CSS Gerüst durch einen Webdesigner erzeugt werden. Beide dieser Expertengruppen, werden zirka 70 bis 90 EUR/ Std. kosten.

Die Liste lässt sich noch lange weiterführen. Im Grunde heisst das nur, dass unterschiedliche Fachbereiche unterschiedliche Kosten verursachen und sich die Preise dementsprechend anpassen.

Nach Erfahrungswert (übersetzt: Bauchgefühl)

So manche Werbeagentur scheut eine genaue Eruierung der genauen Stunden für die Umsetzung eines Projektes. Das liegt auch daran, dass sich die Anforderungen nur zum Teil eruieren lassen. Zum Teil ändern sich die  Anforderungen während des Projektes, weil der Kunde merkt, dass etwas wichtiges übersehen wurde, zum anderen würde es sehr lange dauern, um eine exakte Stundenkalkulation vorzunehmen.

Daher setzen einige Agenturen darauf, aus Erfahrungswerten, Projekte einzuschätzen.

Hier ein paar Ansätze:

  • Kleine WordPress Website mit 5 Seiten: 2’000 Euro (mit der Nutzung eines Templates und Stock Photos)
  • Aufsetzen einer Werbekampagne auf Google AdWords: 2’500 Euro (das Budget für die Kampagne ist separat), laufende Betreuung: 1’000 Euro im Monat
  • Aufsetzen einer TYPO3 Website für ein Unternehmen mit 150 Mitarbeitern: 50’000 Euro
  • Mobile App für 200  Service Mitarbeiter einer Fachabteilung: 80’000 Euro (nur Android)
  • Neues Logo für ein mittelständisches Unternehmen: 30’000 Euro
  • Neues Logo für einen Konzern: 500’000 Euro (Beispiel Deutsche Bank: das neue Logo hat, laut unterschiedlichen Quellen, zirka eine Millionen Euro gekostet)

Es gibt zwar komplexe Preisberechnungs-Modelle nach Agile oder einem Mix aus unterschiedlichen Methoden, welche unter anderem von Hochschulprofessoren erstellt wurden.

Diese kommen oftmals auch zum Einsatz, besonders wenn viele Managementebenen im Kundenunternehmen bestehen. So genau sind diese Preisberechnungen dann doch nicht immer und man muss wieder auf das altbewährte Bauchgefühl zurückgreifen. Meistens gepaart mit einer Agilen Abrechnung (übersetzt: Es wird nach Aufwand abgerechnet).

Festpreis vs. nach Aufwand

Wenn Projekte ausgeführt werden, dann wollen alle meistens einen Festpreis, da sich damit besser kalkulieren lässt. Die Herausforderung bei solchen festen Budgets ist, dass wenn Änderungswünsche geäussert werden oder bessere Wege für die Umsetzung der Werbekampagne gefunden werden, diese vom Dienstleister abgelehnt werden. Denn dann lohnt sich der vorher vereinbarte Preis nicht mehr.

Der Auftraggeber wird sich natürlich wundern: “Das ist doch der bessere Weg. Warum wird das nicht umgesetzt?” Somit wird auch die Integrität der Werbeagentur in Frage gestellt.

Daher ist es immer besser, mit dem Kunden zu vereinbaren, dass nach Aufwand berechnet wird.

Zum Beispiel könnte man sagen, für die Flyerkampagne berechnen wir 20’000 Euro. Jedoch berechnen wird mehr, falls sich die Anforderungen ändern, mehr Flyer benötigt werden, viele Design-Änderungen vorgeschlagen werden oder sich im generellen der Aufwand erhöht.

Damit ist der Projekterfolg sichergestellt oder zumindest steht dieser dann im Vordergrund und nicht die ständige Preisverhandlung.

Fazit

Es gibt unterschiedliche Arten von Werbeagenturen und auch unterschiedliche Arten, wie die Preise berechnet werden.

Zum einen sollte man schauen, welche Art von Unterstützung man benötigt (zum Beispiel Spezialist versus Full-Service), wieviel Budget man hat (Leadagentur versus lokaler Anbieter), welche Fähigkeiten benötigt werden (Webdesign vs TYPO3, etc.) und welche Ziele verfolgt werden (kleine Website versus Erhöhung des Konzern-Umsatzes um 50 Prozent in den nächsten 3 Jahren durch eine gezielte ganzheitliche Werbekampagne).

Sicherlich gibt es noch einige weitere Dimensionen die es zu beachten gibt.

Als Auftraggeber sollte es immer das Interesse sein, seine Ziele zu erreichen und weniger das Drücken des Preises, und für den Auftragnehmer sollte das Ziel sein, eine bessere und brauchbare Dienstleistung zu erbringen, als die niedrigste Offerte anzubieten.

Was sind Ihre Erfahrungen?

Interessanter Beitrag:
COMARTIST schreibt über die Werbagentur Kosten

Bilder: Canva


Der Autor: Sascha Thattil arbeitet bei YUHIRO und hilft Unternehmern und Unternehmen beim einfachen Aufbau von Programmier-Teams in Indien. YUHIRO ist ein deutsch-indisches Unternehmen welches IT Firmen, Agenturen und IT Abteilungen Softwareentwickler bereitstellt.

Schreibe einen Kommentar