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Hochkonvertierende Landing Page: Ein gutes Beispiel

Hochkonvertierende Landing Page: Ein gutes Beispiel

Man müsste erwarten das hochkonvertierende Landing Pages hauptsächlich von Grossunternehmen erstellt werden. Das dies nicht der Fall sein muss, zeigen wir in diesem Beitrag auf. Neil Patel hat eine Verkaufsseite erschaffen, welche hochkonvertierend ist und fast vollautomatisch läuft.

Im Beitrag sind die verschiedenen Schritte des Verkaufssystems von Neil Patel beschrieben.

1) Einstieg über den Blog oder Facebook

Die Website von Neil Patel hat zirka 6000 bis 7000 Besucher am Tag. Diese Besucher werden über Banner und verschiedene Links zu der Hauptseite neilpatel.com gebracht.

Unter anderem werden auch Facebook Anzeigen geschaltet. Hier ein Beispiel der Facebook Werbung, welche unterschiedlichen Zielgruppen gezeigt wird.

Das Besondere bei den Facebook Anzeigen ist, dass diese fast ständig angezeigt werden. Laut Neil Patel gibt er täglich mehr als 12’000 US Dollar für solche Facebook Werbung aus.

Klickt man auf die Banner auf dem Blog oder auf die Facebook Anzeige, kommt man auf die folgende Landing Page:

2) Landing Page

Die wichtigsten Elemente dieser Landing Page.

Punkte 1) , 3) und 4) im Bild zeigen einen Count Down, der bei zirka 15 Minuten beginnt und dann herunterzählt. Es wird darauf hingewiesen, dass das Training in ein paar Minuten beginnt.

Das ist ein sehr wichtiger Bereich dieser Verkaufsseite, denn es hilft bei den folgenden Dingen:

  • a) Erzeugung eines Gefühls der Dringlichkeit: Der Besucher hat das Gefühl das er/ sie etwas jetzt machen muss und man die Möglichkeit für ein kostenfreies und höchstwahrscheinlich wertvolles Webinar nutzen sollte.
  • b) In greifbarer Nähe: Wer kennt es nicht. Man merkt sich ein Webinar vor und verpasst es in 95 Prozent der Fälle, da man es in der Prioritäten-Liste dann meistens dann doch nicht so weit oben hat. Im Falle von Neil Patel’s Webinar, startet es in wenigen Minuten und man kann das Webinar gleich starten. Und die meisten haben eben gerade – jetzt – Zeit, ansonsten wären die Besucher ja nicht, gerade jetzt, auf die Website gekommen.

Der Punkt 2) zeigt ein zirka 3 minütiges Video, in welchem der Moderator erklärt, welche Herausforderung genau er mit seinem Webinar aufzeigen möchte und welche Schritte und Dinge man dabei lernt.

Der Punkt 6) zeigt den Mehrwert auf. Man bekommt erklärt, wie man eine grosse Anzahl von Besuchern auf seine Website bekommt, ohne dafür grossartig für Werbung auszugeben. Dies spricht vor allem Freelancer und Kleinunternehmer an.

3) Das Popup

Das Popup erscheint in zwei Fällen. Entweder man klickt auf einen der Button, oder man versucht das Browserfenster zu verlassen. Beim Verlassen wird dann ein sogenanntes “Exit-Intent” erkannt und das Popup erscheint. Exit Intent ist eine Technologie, welche erkennt, wo sich der Cursor (der Mauszeiger) hinbewegt.

Das Popup selbst ist auch Conversion optimiert.

Hier die Elemente:

  • a) Fertigstellungs-Leiste: Die Leiste zeigt an, dass man zu 75 Prozent durch ist und nur noch ganz wenige Schritte benötigt, um erfolgreich am Webinar teilnehmen zu können. Der Vorteil für den Besucher: Er/ sie weiss, dass man nur noch wenig zu tun hat, um am Ziel anzukommen.
  • b) Count Down: Auch im Popup wird ganz gross angezeigt, in wieviel Minuten das Webinar beginnt.
  • c) Alternativ-Termine: Ein Teil der Besucher hat nicht gleich Zeit und möchte daher Alternativtermine wahrnehmen. Hierfür gibt es ein Dropdown Menue, aus welchem man sich diese aussuchen kann.
  • d) Nur zwei Anmeldefelder: Wer möchte schon viele Daten von sich Preis geben. Im Formular werden nur zwei wichtige Dinge abgefragt. Der Name und die Email-Adresse. Der weitere Vorteil: Sobald Neil Patel die Email und den Namen hat, kann er damit anfangen personalisierte Emails an die Personen zu versenden. (In Deutschland müsste natürlich das Double Optin Verfahren eingehalten werden)

4) Die Registrierungsseite

Sobald man die Daten im Popup eingegeben hat und diese absendet kommt man auf diese Seite:

Auf dieser Seite kann man auf das Webinar warten. Die meisten werden sich die Zeit nehmen, da das Webinar gleich anfängt.

Das Besondere dieser Registrierungsseite ist, dass bereits hier ein Upsell stattfindet. Neil Patel macht hier das Angebot, dass man eine Beratung bekommt.

Das Anmeldeformular weiter unten auf der Seite hat sehr viele Felder (in der Abbildung nicht zu sehen) und stellt somit unter anderem sicher, dass nur qualifizierte Leads/ Verkaufsmöglichkeiten entstehen. Denn nur eine wirklich interessierte Person wird diese ganzen Daten eingeben. Der Hintergrund: Patel hat auch eine Consulting Firma, welches Unternehmen berät.

5) Das Webinar

Der Webinar Raum sieht wie folgt aus:

Hier einige Besonderheiten:

  • a) Das Video ist pre-recorded: Das Video (Länge zirka 45 Minuten) scheint zwar live zu sein, d.h. es sieht so aus, als ob es gerade stattfindet. In Wirklichkeit ist es ein aufgenommenes Webinar, das einfach abgespielt wird.
  • b) Live Person im Chat: Im Chat gibt es dann doch eine live-Person, welche interaktiv mit den Teilnehmern kommuniziert. Dabei achtet der Chat-Moderator Fragen direkt an die Teilnehmer, mit Erwähnung des Namens zu stellen. Dies ist ein sehr wichtiger Bestandteil, denn dadurch fühlen sich die Webinar-Teilnehmer direkt involviert.
  • c) Zum Ende des Webinars erscheint ein “Kaufen”-Button: Zum Ende des Webinars stellt Neil Patel das Infoprodukt vor. Es kostet 997 US Dollar.
  • d) Aktive Chatteilnahme: Es gibt bei Webinaren immer ein Chicken-und-Egg Problem. Wenn keiner im Chat schreibt, dann nimmt auch keiner am Chat teil. Im Webinar Raum scheint es so zu sein, dass auch viele Chat-Einträge automatisiert sind, d.h. viele Chat-Teilnehmer sind lediglich Bots welche Kommentare abgeben. (Sicherlich nicht die feine Englische Art. Dennoch hilft es eine Diskussion anzuregen)
  • e) Anzahl der Teilnehmer: Es wird oben im Chat angezeigt, wieviele Teilnehmer es am Webinar gibt. Auch diese Anzeige scheint etwas geschönt zu sein. In Wirklichkeit werden es vielleicht 40 oder 50 sein. Jedoch erzeugt eine höhere Zahl, in diesem Fall eine Zahl zwischen 200 und 400 ein grösseres Vertrauen.

Fazit dazu: Viele der Methoden sind nicht wirklich hundert Prozent vertretbar, denn der Webinar-Besucher bekommt etwas angezeigt, was so in dieser Form nicht wirklich stimmt. Es werden höhere Teilnehmerzahlen angezeigt, ein Live-Webinar vorgetäuscht, “Fake”-Chat-Teilnehmer angezeigt und auch der Chat-Support scheint automatisiert abzulaufen (zumindest zum Start des Webinars).

Auf der anderen Seite werden immer mehr “echte” Chat-Teilnehmer, im Verlauf des Webinars, angezeigt. Da immer mehr Personen, durch den Chat-Moderator angesprochen werden.

Fazit zum Webinar selbst: Das Webinar selbst ist sehr informativ und zeigt Möglichkeiten zur Traffic-Generierung (wie man mehr Webseitenbesucher generiert) und zur Conversion Optimierung (wie man mehr Besucher dazu bekommt eine Aktion, wie zum Beispiel „ein Formular ausfüllen“, durchzuführen).

6) Outro des Webinars

Zum Ende des Webinars wird das eigene Infoprodukt von Neil Patel angezeigt. Es wird im Detail beschrieben wie das Produkt dem Zuschauer nutzt und wieviel man durch einen Kauf durch die Webinar Seite sparen kann. 997 US Dollar anstatt zirka 10’000 US Dollar.

Hier ein Bild des Outro Bereichs des Webinars:

Hier die Besonderheiten des Webinar Outros, beziehungsweise dem Schlussteil des Webinars:

  1. Der Wert des Infopakets wird aufgezeigt: Im Punkt 1 im Bild wird der Wert des Infopakets aufgezeigt. Dieser liegt laut Angaben bei fast 10’000 US Dollar. Glaubhaft, da Neil Patel auch grosse Unternehmen berät.
  2. Im Chat wird der Teilnehmer erneut angesprochen: Während des ganzen Webinars und speziell zum Ende (Punkt 3 im Bild) hin, wird der Webinarteilnehmer durch den Chat-Moderator gezielt angesprochen.
  3. Count-Down über dem Angebots-Button: Etwas oberhalb des Angebots-Buttons gibt es wieder einen Count-Down (Punkt 4 im Bild). Dies hat die positiven Effekte, welche bereits am Anfang dieses Beitrags erwähnt wurden.
  4. Der Angebots-Button: Der Angebots-Button (Punkt 5 im Bild) erscheint erst zum Ende des Webinars. Auch das ist hilfreich, da es den Anschein gibt, dass das Angebot nur für kurze Zeit gilt.

Nach dem Klicken des Angebots-Buttons kommt man auf die Bezahl-Seite.

7) Die Bezahl-Seite

Hier ein Bild von der Bezahl-Seite:

Auch die Bezahl-Seite ist Conversion optimiert. Hier die Besonderheiten:

  1. Bezahloptionen: Man kann entweder einen Einmalbetrag von 997 US Dollar zahlen, oder das ganze in Raten von 297 US Dollar begleichen (Punkt 1 im Bild). Das kann für manche interessant sein, die das Geld nicht gleich bereit haben. Dafür zahlt man jedoch dann einen höheren Betrag, da es 6 Raten sind.
  2. Kundentestimonial: Das Kundentestimonial (Punkt 2 im Bild) gibt dem Ganzen mehr Authentizität. Ein Besucher der Bezahl-Seite kann also vorab sehen, wie er/ sie durch das Infopaket profitieren wird.
  3. Geld-Zurück-Garantie: Wenn man soviel Geld ausgibt, möchte man sich sicher sein, dass es die richtige Entscheidung ist. Eine Geld-Zurück-Garantie (Punkt 3 im Bild) gibt dem Käufer die notwendige Sicherheit, zurücktreten zu können, falls es nicht gut sein sollte.
  4. Popup mit alternativer Zahlmethode: Auch im Bezahlbereich gibt es ein “Exit Intent” Popup. Hier wird dem Besucher die Zahlung per PayPal angeboten. Dies kann zu zusätzlichen Conversions führen, da nicht jeder mit Kreditkarte zahlen möchte. Siehe Bild des Popus weiter unten.

Fazit zur Landing Page von Neil Patel

Die Landing Page von Neil Patel ist vom Start bis zum Ende Conversion optimiert.

Chicken und Egg

Das Chicken-und-Egg (Englisch für „Henne und Ei“) Problem wird gelöst, in dem vieles automatisiert wird, oder einfach “Default”-Zahlen angezeigt werden. Ob diese Herangehensweise zu hundert Prozent legitim ist, darf bezweifelt werden. Dennoch ist die Strategie effektiv. Hinweis: Sogar ich (der Autor Sascha Thattil) wollte das Infoprodukt kaufen. Der Preis von 997 US Dollar war mir jedoch zu hoch. Für 150 US Dollar wäre ich dabei gewesen.

A/B Testing

Höchstwahrscheinlich ist auch ein A/B Test während des ganzen Salesfunnels (Beispiel für den Salesfunnel weiter oben im Bild, Englisch für “Verkaufstrichter”) geschaltet. Bei einem A/B Test werden verschiedene Landing Pages und Webinare geschaltet, welche sich nur geringfügig unterscheiden, um zu schauen welches am effektivsten ist und am meisten Besucher in zahlende Kunden konvertiert.

Wie hoch ist der ungefähre Umsatz, pro Tag, der Website?

Laut Aussagen von Neil Patel macht er einen US Dollar Umsatz, für jeden US Dollar, welchen er in Facebook Werbung investiert. Natürlich gibt es eine begrenzte Anzahl an Interessenten auf Facebook für diese Art von Dienstleistung, daher sind die Umsatzmöglichkeiten natürlich nicht unendlich.

Geht man von einem Facebook-Budget von Neil Patel von 12’000 US Dollar aus, kann man davon ausgehen, dass er zirka 12’000 US Dollar an “Gewinn” am Tag macht (Gewinn in Anführungszeichen, da er sicherlich den einen oder anderen weiteren Kostenpunkt hat). Der Grossteil seiner Besucher (zirka 190’000 Besucher im Monat) kommen jedoch über seinen Blog. Daher werden die Umsatz und Gewinnhöhe noch etwas darüber liegen.

Landing Page versus Salesfunnel

Man kann bei der Seite von Neil Patel auch von einem Salesfunnel sprechen, da es sich nicht um eine einzelne Seite handelt, sondern um einen “Verkaufsweg”.

Hier ist das Webinar auch als Slideshare zu finden:
http://de.slideshare.net/neilkpatel/advanced-customer-acquisition-webinar

Die verwendete Technologie auf der Website

Hier noch ein paar Informationen, welche Technologien für die Umsetzung dieses Verkaufstrichters von Neil Patel genutzt wird.

  1. WordPress: Mit diesem Content Management System (CMS) lassen sich ganz einfach Webseiten aufbauen. Die Website und der Blog von Neil Patel basieren auf diesem CMS.
  2. WordPress Plugins: Es werden unterschiedliche Plugins auf der Website genutzt. Laut WPThemeDetector.com werden folgende Pugins genutzt: ThriveLeads, PayPal IPN und Polylang pro. Für die Landing Page sind diese Add-Ons jedoch nur bedingt relevant.
  3. BounceExchange: Die Popups werden durch BounceExchange bereitgestellt. Es hat Funktionen wie das im Beitrag erwähnte “Exit-Intent”. Es ist jedoch sehr teuer und kostet zirka 5’000 US Dollar im Monat. Eine beliebte Alternative hierzu ist OptinMonster, welches die gleichen Funktionalitäten für einen kleinen Bruchteil der Kosten bereitstellt.
  4. Webinarjam: Das Webinar läuft über Webinarjam. Auch aufgenommene Webinare können dadurch abgespielt werden.
  5. Infusionsoft: Die Bezahlseite und auch das Newsletter und weitere Bereiche der Website werden durch dieses Werkzeug gesteuert.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Salesfunnels und Landing Pages gemacht? Was sind Best Practices?

Links:
Die wichtigsten Elemente einer Landing Page
Eine Kurzanleitung für Landing Pages mit denen man Kunden gewinnt

Bilderquelle: Neilpatel.com


Der Autor: Sascha Thattil arbeitet bei YUHIRO und hilft Unternehmern und Unternehmen beim einfachen Aufbau von Programmier-Teams in Indien. YUHIRO ist ein deutsch-indisches Unternehmen welches IT Firmen, Agenturen und IT Abteilungen Softwareentwickler bereitstellt.

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3 Kommentare
  1. Hallo Sascha,

    ein spannender Artikel, aus dem man sich viel Inspiration ziehen kann. Neil Patel zieht wie immer alle Register und testet regelmäßig neue Wege, um die Conversions hochzutreiben – so wie man es machen sollte.

    Wir werden deinen Artikel fleißig teilen.

    Grüße Ben

    PS: Vielen Dank für den Link zu den 5 essentiellen Elementen einer Landing Page!

    • Hallo Ben,

      Danke für den Kommentar und auch den hohen Besuch aus dem Hause Unbounce 🙂

      Danke bereits für das Teilen des Beitrags.

      Viele Grüsse
      Sascha

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